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24. Mrz. 2005 

Chemnitz hat nun auch ein lokales Bündnis für Familie. Am 17 März wurde es im Ratssaal mit vielen Mitwirkenden für den Stadtteil Kappel/Kapellenberg gegründet.

Die Familienministerin Renate Schmidt und der DGB-Bundesvorsitzende Michael Sommer waren aus Berlin angereist, hatten die Regierungserklärung des Kanzlers zur Vorbereitung des Job-Gipfels hinter sich gelassen, um in Chemnitz Geburtshilfe zu leisten, wobei der DGB-Vorsitzende seine schon ins Leben gerufenen Bündniskinder nicht so genau zu kennen schien wie Mutter Schmidt, die von mehr gemeinsamen Unternehmungen sprach als Michael Sommer. Überhaupt war Renate Schmidt „gut drauf“, dabei war sie auf dem Weg zum Arzt, hatte einen geschwollenen Fuß und war mit dicker Backe aufgewacht. Das hinderte sie aber nicht mit Leidenschaft und Engagement die ca. 140. Gründung eines lokalen Bündnisses seit Beginn der Initiative vor 14 Monaten aus der Taufe zu heben.

Das Bündnis hat folgende Ziele:

Dazu haben sich Kernpartner verpflichtet …

Sie bringen mit ein …

Und haben sich folgende Schritte vorgenommen.

Mit Vehemenz reagierte die Bundesministerin auf die Frage, ob sich in dieser Initiative nicht zuviel Selbstverständliches verberge. Nein das sei nicht der Fall und Familie könne gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen, es müsse geradezu eine Kehrtwende im öffentlichen Bewusstsein über Familien stattfinden, Kinder würde vielfach nur noch als Belästigung verstanden.

Ohne Zweifel gibt es solche Auswüchse, die auch gezielt an den Pranger gestellt werden sollen, aber ob dafür Bündnisse das richtige Mittel sind, scheint befragenswert.

Die Bündnisse arbeiten ohne Kostenaufwand. Die im Viertel Gutes tun, tun sich zusammen und bekräftigen sich gegenseitig ihrer Wertschätzung – da wirkte die Versammlung im Ratssaal auf altgediente Kämpfer streckenweise wie Beweihräucherungen aus vergangenen Tagen, wenn die Bezirksleitung der Einheitspartei neue Initiativen zu verkünden hatte.

Die Integrität der Beteiligten ist nicht in Frage zu stellen. Sie tun gute Arbeit und verdienen für vieles Lob. Ihre neue Initiative wirkt noch arg aufgeblasen. Es ist sehr zu wünschen, dass sie diesen Eindruck mit nachhaltigem Erfolg entkräften können.

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